Posts mit dem Tag »Sprache und Affekt«

Gibt es einen monolingualen Affekt? Und wie kann man ihn provozieren? Tomer Gardis Lesung beim Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb 2016

Sprache und Affekt sind eng miteinander verbunden und aufeinander bezogen. Dass es ein Gefühl für die Sprache gibt, wie es die Rede vom Sprachgefühl anzeigt, wird besonders deutlich in der Wahrnehmung von ‚Fehlern‘: Sprecher*innen merken sehr schnell, wenn etwas nicht stimmt und sozusagen im Affekt verbessern sie sich selbst oder andere. Hier deutete sich schon eine … weiterlesen

Performance als Politik: Milo Raus (P)reenactments General Assembly und Sturm auf den Reichstag

Dass das Theater ein Ort ist, an dem Emotionen und das Politische eine zentrale Rolle spielen, leuchtet leicht ein und ist historisch gesehen keine neue Erkenntnis. Schließlich speisen sich schon zahlreiche griechische Tragödien letztlich aus politischen Konflikten und den damit verbundenen Emotionen – und als Friedrich Schiller in seiner berühmten Rede über „Die Schaubühne als … weiterlesen

Worte als Waffe – Bericht zur Tagung „Hass/Literatur“ an der Freien Universität Berlin

Vom 24. bis 26. Mai 2018 fand die internationale Tagung „Hass/Literatur“ an der FU Berlin statt. Auf Einladung von Prof. Dr. Jürgen Brokoff und Dr. Robert Walter-Jochum kamen Literaturwissenschaftler*innen, Soziolog*innen, Philosoph*innen und Anthropolog*innen zusammen, um sich mit dem Verhältnis von Hass und (literarischen) Texten auseinanderzusetzen. Verfolgt man aktuelle öffentliche Debatten, so scheint der Hass das … weiterlesen

Sprach-Spiel-Räume. Das Theater von Nassim Soleimanpour

Eine Retrospektive unternimmt gemeinhin den Versuch, Schaffensphasen, zentrale Themen oder wiederkehrende Motive und Arbeitsweisen im Werk eines Künstlers auszumachen. Dementsprechend finden Retrospektiven in der Regel erst statt, wenn bereits ein relativ umfangreicher Korpus an Arbeiten existiert; als Rück-Blick auf die getane Arbeit sozusagen. Anders im Fall des 35-jährigen iranischen Theaterautoren Nassim Soleimanpour. Obwohl sein Œuvre … weiterlesen

Der „geheime“ oder der „un-heimliche“ Text: Terézia Mora im Gespräch

Schlägt man Terézia Moras Roman Das Ungeheuer (2013) auf, so fällt sofort die ungewöhnliche grafische Gestaltung des Buches auf: ein horizontaler Strich teilt jede Seite in zwei Hälften. Während der obere Text, eine Art Reiseroman, aus der Perspektive von Darius Kopp erzählt wird, enthält die untere Seite die Tagebuchdateien seiner durch Suizid umgekommenen Frau Flora. … weiterlesen

„Was, wenn mein Staat nicht menschlich ist?“ – Die Autorin Maxi Obexer im Gespräch über Engagement und dramatisches Schreiben

Die aktuellen Fluchtbewegungen nach Europa und nach Deutschland sowie die Auseinandersetzungen um die europäische Einreise- und Grenzpolitik sind in jüngster Zeit auf vielfältige Weise künstlerisch aufgegriffen und verhandelt worden. Sowohl an unmittelbaren ‚Hilfsmaßnahmen‘ von institutioneller Seite (wie etwa der Beherbergung von Geflüchteten in Theatern oder Spendensammlungen vor und nach der Aufführung) als auch an künstlerischen … weiterlesen

(Sich selbst) erzählen – Tagungsbericht zum 25. Germanistentag in Bayreuth

Audimax der Universität Bayreuth © Deutscher Germanistenverband

Was den Wagnerianer*innen ihre Festspielzeit, ist den Germanist*innen ihr Germanistentag. Über 500 Wissenschaftler*innen aus Deutschland und der Welt kamen nach Bayreuth, um sich dem Thema „Erzählen“ aus unterschiedlichen Perspektiven zu widmen. Ob im Rahmen alltäglicher oder literarischer Rede, ob Serie, Film, Computerspiel oder Buch – Erzählen ist überall. Entsprechend vielfältig fiel auch das Veranstaltungsprogramm aus, … weiterlesen

Vom Erzählen im Theater. Ein Bericht über die Konferenz Performing Tangier: The Narrative Turn in Contemporary Theatre

In Tanger, das sich im äußersten Norden Afrikas an der Straße von Gibraltar erstreckt, treffen vermeintliche Gegensätze aufeinander. Hier liegen Afrika und Europa einander gegenüber, hier strömen Mittelmeer und Atlantik ineinander. Tanger ist eine Stadt der Begegnungen. Als solche erweist sie sich als idealer Austragungsort für die internationale Konferenz „Performing Tangier“. Es ist Sonntagnachmittag an … weiterlesen