Posts mit dem Tag »Politik und Affekt«

Die affektive Macht des „Martyriums“. Was wir von der Debatte um eine Kunstinstallation lernen können

„In Berlin-Kreuzberg werden Massenmörder zu Märtyrern erklärt,“ titelte am 29. November 2017 die Welt. Und weiter: „Eine Kunstinstallation im Berliner Bezirk Kreuzberg präsentiert islamistische Terroristen als Märtyrer – und hebt sie auf eine Stufe mit Martin Luther King und anderen Widerstandskämpfern.“ Wie bitte? Auch der BILD-Autor Gunnar Schupelius gibt sich „fassungslos“ und verkündet: „In Kreuzberg … weiterlesen

Trump und der Sexismus – Für eine neue Politik der Solidarisierung. Teil II

© Michael Vadon, CC BY 2.0, https://www.flickr.com/photos/80038275@N00/31563869231, cropped version

Dezember 2016.[1] Im ersten Teil dieses Essays hat der Autor vorgeschlagen, Trumps Wahlerfolg nicht einfach durch Protestwahlverhalten zu erklären, sondern durch eine positive Identifikation von Wähler*innen mit Trump: Einer Identifikation auf Grundlage gemeinsamer Demütigungserfahrungen, in der die politischen und persönlichen Ächtungen, die Trumps Kampagne begleiteten, mit der sozioökonomischen Gewalt- und Ohnmachtserfahrung bestimmter WählerInnen der Unter- … weiterlesen

Mapping Media and its Affective Dynamics. Conference „Affects – Media – Power, June 29th to July 1st 2017, Freie Universität Berlin

The international conference “Affects – Media – Power” was organized by project B02 “Transcultural Emotional Repertoires in and through Reality TV” and the German Association of Communication Research (DGPuK) division “Sociology of Media and Communication” (in cooperation with the division “Media, Gender and Public Sphere”). Addressing affects, media and power not only promised impulses for … weiterlesen

Trump und der Sexismus – Für eine neue Politik der Solidarisierung

Dezember 2016.[1] In den ersten Wochen nach der Wahl von Donald Trump am 8. November 2016 stand die aufgeschreckte Öffentlichkeit vor zwei großen Fragen: Erstens, wie konnte das passieren? Diese Frage lief oft darauf hinaus: Welchen Beitrag haben Onlinemedien wie Facebook, das Phänomen der Falschnachrichten und der Filterblasen, Big Data-gestütztes Marketing oder die russischen Geheimdienste … weiterlesen

Filmemachen und Filmesehen: Fokusgruppe „Poiesis des deutsch-türkischen Kinos“

Unser Projekt befasst sich mit der Frage, was es mit der Bezeichnung „deutsch-türkisches Kino“ auf sich hat – wo die Produktivität, wo aber auch die Schwierigkeiten dieses Begriffs zu suchen und zu entfalten sind. Wir verfolgen die These, dass eventuelle Gemeinsamkeiten der Filme, die unter diesem Label zusammengefasst werden, nicht auf der Ebene des Dargestellten … weiterlesen

A Lesson in White Supremacy

„3/Fifth“ von James Scruggs/3-Legged Dog in New York City „Drei Fünftel“ – bereits der Titel verweist auf ein Kapitel in der langen Geschichte der systematischen und strukturellen Gewalt gegenüber afroamerikanischen Menschen in der Geschichte der Vereinigten Staaten von Amerika. Das Publikum der Performanceinstallation „3/Fifth. A dystopian ethno-theme park known as Supremacy Land“ im 3LD Art … weiterlesen

Affekte, Emotionen und politische Theorie jenseits des Staates: Eine Rezension von Brigitte Bargetz‘ Ambivalenzen des Alltags

Brigitte Bargetz hat sich in ihrem Buch Ambivalenzen des Alltags vorgenommen, das tägliche Leben von Menschen als Ausgangspunkt für ein Denken über das Politische zu machen. Für diesen Blog stellt sich dabei die Frage: geht es hier auch um die langersehnte Übersetzung der Affect Studies in die politische Theorie, wie jüngst bereits hier und da versucht … weiterlesen

„Auch wenn wir migrieren, bleibt immer etwas konstant.“ – Vom Leben der Dinge zwischen Bruch und Kontinuität

Die Kunsthistorikerin Burcu Dogramaci im Gespräch  Mehr als nur ein Wort. Mehr als nur ein Stück Papier. Mehr als nur ein Flimmern auf der Leinwand. Mehr als nur ein Tuschestrich. Was ist dieses unbestimmte „Mehr“? Im Gespräch mit der Kunsthistorikerin Burcu Dogramaci spüren wir der affektiven Bedeutsamkeit scheinbarer Unscheinbarkeiten nach. Eine Kalendernotiz, Reisepässe, die Aufnahmen … weiterlesen

Wir trauern

Vor genau einem Jahr, am 13. November 2015, verübten islamistische Attentäter eine Serie von koordinierten Anschlägen an fünf unterschiedlichen Orten in Paris. Zu den Anschlägen, durch die 130 Menschen starben und über 350 verletzt wurden, bekannte sich die Terrorgruppe „Islamischer Staat“. In den Tagen nach den Anschlägen berichteten die Medien von einem Sturm von Entsetzten, … weiterlesen